Alter Hund - na und...

Liebe Besucher, hier können Sie Erfahrungsberichte und Ansichten über ALTE HUNDE lesen, die wir u.a. auf anderen Tierschutzseiten gefunden haben und sehr interessant finden.


Ein Bericht von Christiane H., Schriftführerin für das Tierparadies am Kanal e.V.

Aus eigenen Erfahrungen kann ich jedem nur raten, sich einen ausgewachsenen Hund aus einer Pflegestelle zu holen.

Unser 1. Hund war ein "gebrauchter" Rottweiler von nur 1 Jahren. Erst hieß es, dass sein Herrchen einen Autounfall hatte und für längere Zeit im Krankenhaus liegt und danach den Hund nicht mehr versorgen könnte (später stellte sich heraus, dass sein Herrchen im Knast gelandet war). Er war ein schmusiger Draufgänger, aber nachdem wir ihn kastriert hatten, kam er wunderbar mit allen Rüden klar.
Leider mußten wir ihn mit 5 Jahren einschläfern lassen, da er beim Toben mit einem anderen Rüden einen Kreuzbandriss erlitt. Diesen ließen wir operieren und bekamen 8 Wochen Leinenzwang. Nachdem die 8 Wochen fast rum waren und endlich mal Schnee in Schleswig-Holstein lag, habe ich ihn von der Leine gemacht und dummerweise gedacht, dass er selber merken würde, wie doll er ALLEINE auf dem Feld toben könnte. Pustekuchen nach 2 Runden stolperte er und das 2. Kreuzband war auch noch gerissen. Gleich zum Tierarzt, der sagte jedoch, dass wir es nur mit Tabletten versuchen könnten, da eine 2. OP zu anstrengend für das 1. Bein wäre. Innerhalb dieser 2 Wochen ging es leider bergab mit ihm: er fraß nicht mehr, hatte Blut im Kot und zuletzt noch gewimmert. Da haben wir ihn von seinen Leiden erlösen lassen.
Nachdem wir 3 Monate stark getrauert hatten und mein Mann immer wieder jammerte "alle haben einen Hund, ich will auch wieder einen" bin ich in die gleiche Pflegestelle zu Karin R. gefahren und habe ihr gesagt, dass wir einen älteren, größeren Hund haben wollen. Die Rasse war uns vollkommen egal. Nur eine Hündin sollte es dieses Mal sein. Sie zeigte mir die 5-jährige Schäferhündin (3 Jahre Züchter, 2 Jahre Tierheim). Sie war erst etwas zurückhaltend und schüchtern, aber ich konnte dann trotzdem mit ihr Spazieren gehen. Ich sagte ihr, dass wir am Freitag wiederkommen und vereinbarte ein Probewochenende, da wir noch Katzen hatten und ich wollte sicher gehen, dass alles klappt. Nachdem wir sie am Freitag geholt hatten, hat sie sich gleich ins Wohnzimmer gelegt, als wenn sie schon ewig hierher gehören würde. Und mit den Katzen NULL PROBLEMO. Noch am gleichen Abend rief ich bei Karin an und sagte ihr, dass sie DONNA NICHT wieder bekommt. Sie ist bis heute sehr wachsam, aber lieb zu Kind und Kegel. Anfangs kam sie mir überall im Haus hinterher, egal ob auf"s Klo oder in den Keller sie hatte wohl starke Verlustängste. Erst seit sie nicht mehr so gut zu Fuß ist, bleibt sie lieber im Wohnzimmer liegen, denn sie weiß ja, dass ich wiederkomme.
Mittlerweile ist sie fast 13 Jahre, aber ich befürchte, dass wir bald Abschied nehmen müssen.

unsere treue Donna 02.06.96 - 30.04.09

unsere treue Donna 02.06.96 - 30.04.09

Die Tierärztin meint, dass sie sich WACKER hält, aber je nach Tagesform hat sie keine Lust zum Spazierengehen. Dann lasse ich sie zu Hause und gehe mit den anderen beiden Rentnern alleine in den Feldweg oder Hundewald. Sie meldet sich dann mit Jaulen, wenn sie ihr Geschäft machen muß und dann gehe ich mit ihr nochmal alleine los.
- heute mußten wir Abschied nehmen. Sie ruht jetzt friedlich auf dem Tierfriedhof in Timmaspe

2007 sah ich dann bei meiner Freundin Anja R. die ausgesetzte Golden-Retriever-Hündin getauft auf Suse-. Sie wurde auch schon auf ca. 8 Jahre geschätzt und der Besitzer meldete sich nicht. Sie hat am Hinterteil 2 Riesen-Eier hängen, was sich im Nachhinein als bösartigen Mastzellentumor herausgestellt hat.
Nachdem ich mehrere Male mit unserer Schäferhündin Kontakt zu Suse aufgenommen hatte, entschieden wir uns, auch diese alte Hündin aufzunehmen. Ob nun ein oder zwei Hunde, das ist auch egal Inzwischen habe ich auf Umwegen erfahren, dass Suse wegen der Tierarztkosten ausgesetzt wurde, sie im September schon 12 Jahre alt wird und immer auf sich alleine im Wintergarten gelebt hat.

Suse hat viel Spaß an Schlammlöchern....

Suse hat viel Spaß an Schlammlöchern....

Das erklärte einige Verhaltensweisen. Zuhause angekommen stackselte sie ganz unsicher über die Fliesen.. und kann sich bis heute nicht auf der Stelle umdrehen. Sie geht immer RÜCKWÄRTS, wenn es im Flur z. B. zu eng ist für eine große Umdrehung. Die Leinenführigkeit war gleich NULL. Ich nahm Privatstunden bei einer Tiertrainerin und das haben wir schnell und gut hinbekommen. Außerdem machte sie sich immer AUF UND DAVON, sobald die Leine ab war. Mit klaren kurzen Befehlen und viel Leckerlis haben wir auch das Hinbekommen. Sie wird zwar nicht mehr ganz OHNE LEINE laufengelassen (außer 1 x täglich im Hundewald, der eingezäunt ist), aber mit 15m-Schleppleine fühlt sich Frauchen jetzt sicherer und die Rehe auch !! Sie läuft jetzt zwar vor, aber auf Kommando kommt sie sofort zurück. Ich muß aber immer aufmerksam gucken, was sie gerade tolles im Gebüsch entdecken könnte, bevor sie einen langen Hals zum Feld macht und dann doch noch -trotz Schleppleine- über die Koppel verschwindet. Sie bellt erstmal alles und jeden an, der am Garten oder am Auto vorbeigeht. Suse hat einfach nicht viel gelernt ihn ihrem vorigen Leben aber mit GEDULD und LIEBE (ohne Schläge und Gebrüll !!) kann man viel erreichen.

GEBT ALTEN HUNDEN EINE CHANCE

Und den 3. Rentner im Bunde ( Bibo, vorher Bambi ) haben wir dann über Anja K. von diesem Gnadenhof im September 2008 -ursprünglich als kurzfristige Pflegestelle- übernommen.
Bibo hat 7 Jahre in Polen an der Kette gelebt. Anja wollte ihm einen schönen Lebensabend auf ihrem Gnadenhof schenken. Jedoch hat er aus dem Schlaf heraus nach einem vorbeilaufenden, kreischenden Kind geschnappt. Dieses wurde Anja zu gefährlich und nur mit Maulkorb rumlaufen, ist ja auch kein schönes Leben. Da wir keine Kinder haben, habe ich ihr angeboten, ihn von hier aus zu vermitteln. Leider hat sich für den mittelgroßen schwarzen Wuschel keiner gefunden. Anfangs hat er die Katzen im Nacken gepackt, aber das war wahrscheinlich eine Überreaktion auf die homäopathischen Tropfen, die Anja mir mitgegeben hatte. Ich stellte fest, dass er die Katzen immer dann angriff, wenn er diese Tropfen bekommen hatte.Nachdem ich sie wegließ, ist nie wieder was vorgefallen.
Ich habe auch festgestellt, dass Bibo fast taub ist und nur ganz hohe Töne hören kann. Er hat oft Albträume, dann schreckt er aus seinem Körbchen hoch und läuft verwirrt umher. Anfangs hat er noch um sich geschnappt, aber das ist vorbei. Er steht einfach auf und guckt sich um. Man weiß nie, was diese armen Hundeseelen erlebt haben, so dass sie immer wieder Albträume haben.
Inzwischen war mein 7-jähriger Neffe schon mehrmals bei uns und auch fremde Kinder konnten ihn ohne Probleme streicheln. Er ist zu jedem schmusig und ich bin sicher, dass er sich nur erschrocken hat und deshalb aus dem Schlaf heraus um sich geschnappt hat.

Ostern 2009 habe ich alle 3 Rentner zu meiner Großfamilie mitgenommen und Bibo hat sich ganz toll bewährt: 8 Erwachsene, 3 Kinder und 1 fremder Hund: er wollte von allen gestreichelt werden und den Kindern habe ich erklärt, dass sie ihm am Hinterteil nicht streicheln sollen, da er dort immer noch Schmerzen hat und ich nicht weiß, wie zickig er reagiert.
Die 2-jährigen Kleinkinder waren sehr gelehrig und Bibo hat sich bei allen ins Herz gemogelt. Die Grillwurst wollte er sich auch vom Tisch klauen, hat Frauchen aber leider rechtzeitig gesehen und mit einem hohen Pfiff und Fingerzeig (aus der Entfernung) von der Gartenbank verwiesen.
Bis auf die Tatsache, dass der kleine Dicke etwas verfressen ist und immer wieder versucht auf die Küchen-Arbeitsplatte zu klettern (dort steht leckeres Katzenfutter) haben wir keine NEGATIVEN Eigenschaften dieses ca. 10-12 jährigen Opas zu beklagen. Er hat zwar Probleme mit seiner Haut, aber da sind wir dabei, den Juckreiz zu behandeln und dafür wird er geschoren, dann ist die Behandlung einfacher und effektiver (und das können junge Hunde genauso haben).
Wir werden immer wieder ALTEN herrenlosen Tieren ein neues Zuhause geben, am besten aus einer Pflegestelle, denn die können einen schon nach wenigen Wochen die Macken und Vorzüge eines Hundes sagen, und so kann vermieden werden, dass die armen Socken, die man sich direkt aus dem Internet aussucht, nach kurzer Zeit wieder abgeschoben werden und keiner weiß wohin !!
Bei den meisten Pflegestellen kann man auch vorher öfters erstmal vorbeikommen, Probe-Gassi-Gehen und sich dann für ein Tier entscheiden. Denn es sollte nicht das ÄUßERE entscheidend sein, sondern man sollte sich auf sein (Hunde-)Herz und -Verstand verlassen und sehen, welcher Hund die Nähe zu einem sucht und so werden SIE vom Hund ausgesucht.
Und vom ALTER sollte man sich erst Recht nicht abschrecken lassen. Der junge Rotti Petty ist auch nur 5 Jahre alt geworden und war somit nur 4 Jahre bei uns und Schäferhündin Donna haben wir schon 8 Jahre und Suse ist mit ihren fast 12 Jahren so fit, dass alle immer denken, sie wäre erst 5 oder 6 Jahre.
Ständig höre ich dann auch "ja aber die kosten ja soviel, weil die öfters zum Tierarzt müssen".
Sicher, man weiß nie, was ein Tier für Krankheiten im Laufe seiner Jahre bekommt, aber weiß man das bei einem WELPEN ?? NEIN ! Und wenn man sich einen günstigen aus dem Kofferraum oder Kleingarten der miesen Tierhändler holt, dann hat man auch im Welpenalter genug Krankheiten und Tierarztkosten zu bewältigen ! Im schlimmsten Fall muß man den armen kleinen Familienzuwachs dann mit 1 Jahr einschläfern lassen, um ihn von seinen Qualen zu erlösen.
Ich selber habe gar keine Nerven für die Erziehung eines noch so süßen Welpen, aber das muß jeder selber entscheiden. Es muß nur jedem bewußt sein, dass es wie KINDERERZIEHUNG ist und ich frage mich ständig, wie es die jungen Mütter machen, die nicht einmal mit ihren 3 Kleinkindern klarkommen und sich dann noch einen Hund zulegen !? Wenn ich solche Hunde sehe, tun die mir einfach nur leid, da es meistens diese Hunde sind, die nach 1-2 Jahren abgeschoben werden, wegen Überforderung und Zeitmangel.
Für uns steht jedoch fest, immer wieder einen gebrauchten, älteren Hund egal ob 5, 8 oder 10 Jahre alt sie können uns alle ein paar schöne Wochen, Monate oder Jahre bescheren. Und ich tröste mich beim Abschiednehmen immer damit, dass sie es bei uns noch sehr gut hatten und wer weiß wo sie sonst gelandet wären und wie lange sie hätten Leben dürfen ??!!

Also:


Ein Bericht von Regina,
entdeckt auf der Seite:
www.hundehilfe-polen.de

Pia starb im gesegneten Alter von 21 Jahren...

Pia hat gestern ihre Augen für immer geschlossen...

Sie war ein Segen für meine Seele, ein nicht zu ersetzender unerschütterlicher Fels in der Brandung immer unauffällig aber immer mit einem guten Blick in meiner Nähe und sie hat mir ohne das sie etwas sagen konnte manche Frage beantwortet die ich in mir hatte.
Ich brauchte nur in ihre Augen schauen und dann wußte ich was richtig war. Nun ist sie nicht mehr da und ich vermisse sie so sehr.

Sie ein Wegwerfprodukt unserer Gesellschaft. Angeschafft aus Unüberlegtheit oder Langeweile und dann einfach genauso gleichgültig wieder abgegeben. Kam sie vor einigen Jahren im Tierheim in Begleitung ihrer beiden Gefährten im greisen Alter von 18 Jahren an.
Wohnungswechsel war der Grund und sie wurde, trotzdem sie immer wieder vorgestellt wurde von keinem genommen.

So blieb sie dann allein zurück und wollte nicht mehr leben. Sie stand einfach nicht mehr auf und urinierte im Liegen, blieb dann in ihrer Pipipfütze liegen und verweigerte die Nahrung.
Immer sagten die Leute ne, wissen sie ich habe gerade einen Hund verloren und das kann ich nicht. Oder so ein alter Hund muß bestimmt sofort zu Tierarzt und ich hab gerade so viel Geld in meinen verstorbenen Hund gesteckt. Ist die denn überhaupt stubenrein?

Ich schaute mir das eine Weile an und konnte diesen Leidensweg nicht länger ansehen, nahm sie ohne Wenn und Aber auf und liebte sie vom ersten Tag an abgöttisch. Sie war mein Erdferkel, meine Arbeitspia die riesengroße Äste über kilometerlange Spaziergänge schleppte, die wieder lebendig geworden, Bälle liebte und spielte auch als sie schon langsam und tüddelig geworden immer noch an einen jungen Hund erinnerte, weil ihr Herz wieder froh war..

Sie, die keine Güllepfütze ausließ und mit Vergnügen über die Felder strommerte, wurde wieder ein glücklicher Hund.

Ich kann nur sagen all die Leute die sie nicht genommen haben, wissen nicht was sie verpasst haben. Sie konnte weinen wie ein Kind wenn ihr etwas wehtat, und sie konnte sich freuen wie eines.

Was ich damit sagen will ist folgendes:
Im Namen von Pia möchte ich es in diese verdammte materiell einestellte Welt hinausschreien.
- Ist es wirklich so unerträglich wenn man einen Hund hat der einem denTeppich vollpinkelt?
- Der nicht mehr so jung und frisch aussieht?
- Der keinen Garantieschein für ein so langes Leben in der Tasche hat?
- Ist euch diese Liebe zwischen Mensch und Tier eigentlich so wenig wert?
- Wie eng sind die Menschen in ihrem Denken?
- Ist es nur wichtig was die Nachbarn sagen oder was der Besuch denkt?

Meine Möbel haben arg gelitten in den Jahren der Hundehaltung und ich habe auch mal saubere Tapeten und Wände gehabt und ich weiß weil ich es kenne, wie unabhängig ein Leben ohne Hunde ist, aber glaubt mir bitte ich möchte mit keinem von denen tauschen die ihr Leben so leben und am Ende ihre Geldscheine mit ins Grab nehmen und sich im Alter an nichts anderes als ihre sauberen Tapeten erinnern können.

Ich dagegen kann mich an ihre wunderbaren Augen erinnern, an ihren Geruch und ihr zotteliges Fell und ihren Übermut.
Ich möchte euch im Namen von Pia bitten solltet ihr noch einmal den Entschluß fassen irgendeinem Tier ein Zuhause zu schenken, nehmt es so wie es ist und lasst es nicht aus Altersgründen dort zurück. Ich bitte euch, seid geduldig und zeigt diesen Tieren das ihr sie mit ihren körperlichen Macken und Fehlern liebt; denkt daran ihr werdet auch einmal alt.

Möchtet ihr das selbe Schicksal erleiden? Aus Altersgründen irgendwo einsam in der Ecke liegen und vergessen werden? Euer Hund würde euch nie vergessen. Deswegen frage ich mich, warum legen die Menschen soviel Wert auf das Denken ihrer Mitmenschen? Diese Menschen sind es doch, die so Gefühlskalt reagieren.

Pia wird mir leider keiner mehr wiedergeben können, aber ich bitte euch nun, prüft doch mal nach ob ihr nicht noch einen Platz frei habt für irgendeinen alten Hund der vielleicht sehr glücklich wäre, wenn er euch auf den Teppich pinkeln dürfte. Einen alten Hund begleiten zu dürfen macht euch weise, ihr werdet zufrieden und ihr werdet die wichtigen Dinge im Leben zu schätzen wissen.

Ich bitte euch im Namen von Pia um Weiterverbreitung , Gruß Regina

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